VIS Academy

Ein Festival lebt nicht nur von seinen Filmen, sondern vor allem auch von der Diskussion darüber. Mit Unterstützung der VIENNA FILM COMMISSION bietet VIS in diesem Jahr eine Reihe von Lectures, Workshops, Vermittlungsprogrammen und Netzwerkveranstaltungen an, darunter eine Diskussion zu politischem Filmschaffen und eine Masterclass von David OReilly. Die Animation Avantgarde Academy, ein integraler Bestandteil der VIS Academy, bietet einen Vortrag zu animierten Dokus und einen Animationsworkshop für Kinder. Und unsere internationalen Gäste profitieren von einem Filmbrunch im EXPEDIT und einer Industry Reception im 25 HOURS HOTEL, die zum Kennenlernen und Austauschen in gemütlicher Atmosphäre laden. Einen Höhepunkt für die Gäste bildet die rund dreistündige Location-Tour, bei der die Filmstadt Wien präsentiert und im besten Fall auch das Interesse geweckt wird, nach dem Festival für Dreharbeiten in die Stadt zurückzukehren.

Die VIS Academy findet mit Unterstützung der VIENNA FILM COMMISSION, der ersten Anlaufstelle für Dreharbeiten in Wien, statt.

In Kooperation mit:

"Beirut Blend"
"Another Night on Earth"

Political Filmmaking: Jarmusch in the Middle East

MITTWOCH, 29.5., 14:30 Uhr, Künstlerhaus Kino, 59 min

Jim Jarmusch gilt noch immer als eines der großen Aushängeschilder des unabhängigen Kinos, der mit seinem lakonisch-poetischen Stil eine Vielzahl von Filmschaffenden geprägt hat. Auch der österreichische Regisseur Fritz Ofner und der spanische Filmemacher David Muñoz haben für ihre je knapp halbstündigen Kurzfilme Beirut Blend und Another Night on Earth auf Filme von Jarmusch zurückgegriffen, sie zitierend und variierend, als eine Art Hommage unter aktuellen politischen Vorzeichen. Beide Filme wurden im Nahen Osten gedreht und vermengen das Persönliche mit dem Politischen und das Anekdotische mit dem Konkreten. Wie kam es, dass sich Ofner für Coffee and Cigarettes und Muñoz für Night on Earth als stilistische Ausgangspunkte ihrer in Beirut und Kairo angesiedelten Dokus entschieden? Wie geht man heute an politische Filme heran? Gibt es so etwas wie eine politische Ästhetik? Diesen Fragen werden die beiden Regisseure gemeinsam mit dem Filmemacher Robert Cambrinus auf den Grund gehen.

Masterclass: David OReilly

DONNERSTAG, 30.05.2013, 13:30 Uhr, Filmmuseum, 120 min

David OReilly ist einer der wenigen, die man getrost als Stars der internationalen Kurzfilmszene bezeichnen kann. VIS und das Österreichische Filmmuseum präsentieren das vielfältige Oeuvre des irischen Animationskünstlers erstmals zur Gänze in Österreich. Im Rahmen der Masterclass gibt OReilly Einblick in seine Arbeitsweise und die verschiedenen Ebenen seiner Tätigkeit ? mit einem Fokus auf jenen Projekten in der Film- und Medienindustrie, die indirekt seine unabhängigen Arbeiten finanzieren.

Moderation: Chris Robinson (Künstlerischer Leiter, Ottawa International Animation Festival)

u.a. mit:

When You?re Smiling ? [Trailer zu Pictoplasma] (2008), 1 min
I?ll Go Crazy If I Don?t Go Crazy Tonight (2009), Musik: U2, 5 min
Bang [Concert Visuals] (2009), Musik: MIA, 2 min
Children?s Medium (2011), 2 min
Story of Genki??? (2011), 1 min
A Glitch Is A Glitch [Episode Adventure Time] (2013), 11 min
sowie Ausschnitte aus rezenten Projekten

"I Met The Walrus"
"Yellow Sticky Notes"

AnimaDoc: Lecture & Filmprogramm

FREITAG, 31.5., 14:30 Uhr, Künstlerhaus Kino, 45 + 50 min

?Motivations for animated documentary films. Case studies.?

von Lawrence Thomas Martinelli, PhD. (DOCartoon, IT)

Der italienische Kulturjournalist und -essayist Thomas Martinelli beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Kino, Animation und Comic. Er arbeitet auch als Kurator und ist Leiter des DOCartoon Festivals in Pietrasanta. Als Professor an der Universität von Pisa erlangte er seinen PhD, im Verlauf seiner Karriere publizierte er mehrfach zu animierten Dokumentarfilmen. Bei VIS wird Martinelli in diesem Jahr seinen Blick auf das Verhältnis von dokumentarischem Material im Verhältnis zur Animation und auch des ?Re-Enactments? richten. Die Möglichkeiten, die eigene visuelle Interpretation eines Ereignisses zu gestalten, sind auch durch technische Möglichkeiten sehr vielfältig geworden. Martinelli konzentriert sich hier auch deswegen mehr auf die Frage, warum Filmschaffende zur Animation greifen und hierbei bestimmte Techniken wählen. Im Anschluss an die etwa 45-minütige Lecture wird ein ca. 50 minütiges Filmprogramm zu sehen sein.

HIT THE FLOOR / Deutschland 2006 / Kays Khalil / 12 min

NAKED: ILHAN / Niederlande 2006 / Mischa Kamp / 6 min

I MET THE WALRUS / Kanada 2007 / Josh Raskin / 5 min

YELLOW STICKY NOTES / Kanada 2007 / Jeff Chiba Stearns / 6 min

GÖMD (HIDDEN) / Schweden 2002 / Hanna Heilborn & David Arnowitsch / 8 min

TUSSILAGO / Schweden 2010 / Jonas Odell / 15 min

In Kooperation mit der Universität für Angewandte Kunst, Wien.

Animation Avantgarde Workshop

In Zusammenarbeit mit ASIFA Austria wird parallel zum Festival ein Animations-Workshop mit Jugendlichen durchgeführt, der von den schwedischen Medienpädagoginnen Hanna Andersson und Anna-Karin Holtz geleitet wird. Sie sind Mitglieder von ?denpedagogiskadesignbyran?, einer medienpädagogischen Institution in Stockholm, die regelmäßig Animations-Workshops mit Jugendlichen durchführt.

Der Workshop in Wien wird von 27. bis 29. Mai in einer integrativen Mehrstufenklasse der ?Offenen Volksschule Zennerstraße? im 14. Bezirk stattfinden. Bei der Betreuung der 20 Schüler werden die Künstlerin und Filmemacherin Karo Riha und der Künstler Peter Musek (Muzak) pädagogische und technische Assistenz leisten und als Übersetzer zur Verfügung stehen. Schon vor dem Workshop werden die beiden in der Schule eine Einführungseinheit durchführen.

Hanna Andersson und Anna-Karin Holtz werden mit Legetricktechnik arbeiten und gemeinsam mit der Klasse in zwei Gruppen an zwei Projekten arbeiten. Nach den intensiven Workshop-Tagen in der Schule stehen Donnerstag und Freitag (30. und 31. Mai) für den Schnitt und die Postproduktion zur Verfügung. Am 1. Juni werden die Ergebnisse des Workshops im Rahmen von VIS Vienna Independent Shorts präsentiert, die SchülerInnen werden bei der Präsentation anwesend sein.

Preis der Jugendjury

Erstmals vergibt eine Jugendjury einen Preis im Österreich Wettbewerb, dotiert mit einem Postproduktionsgutschein im Wert von 1.000 Euro von Synchro. Schülerinnen und Schüler des BG Wien 19 beschäftigten sich in den Monaten vor dem Festival intensiv damit, wie (Kurz-)Filme betrachtet und beurteilt werden können, und trafen eine Vorauswahl. Eine fünfköpfige Hauptjury besorgte dann die endgültige Entscheidung. Die Mitglieder der Vorjury waren Teresa Beer, Jan Eder, Julia Janka, Alexander Kohlendorfer, Antonia Golab, Christina Grech, Benjamin Hartmann, Martin Komnacky, Lorenz Kottulinsky, Crysia Natase, Carla Novak, Da Bin Park, Sebastian Wang, Alexandra Scheiflinger und Petra Sekanová. In der Hauptjury trugen Lisa Brandl, Julia Donner, Ania Gleich, Felix Kehrer und Johannes Vana schließlich die Letztverantwortung.