Strange Days: Horrific Animation

SAMSTAG 29.05.13, 00.00 Uhr, Künstlerhaus Kino, 67 min

Horrorfilme erinnern mich irgendwie an Freuds Id, Ego und Superego. In diesem Fall wären das Ego diese tuntigen Horrorfilme voller Geister, Ghule, Dämonen, Monster, Vampire, Zombies, Aliens und anderer überirdischer Wesen. Oft sind diese Filme (Night of the Living Dead, Invasion of the Body Snatcher, etc.) abgewandelte Reflexionen der tiefer liegenden Ängste, Sorgen und Gelüste der Gesellschaft. Schwierige, unbehagliche Themen (Verbraucherherrschaft, Rasse, Sexualität, Politik, Krieg) sind oft in einer schmackhafteren, symbolischen und marktfähigeren Weise (re)-präsentiert. Wie bei einem schnellen, leicht zu vergessenden Fick gibt es einen kurzen Knall und dann ein Winseln.

Die wahren Kerle des Horrorfilms sind die Id/Superego-Filme. Diese psychologisch motivierten Arbeiten verführen gekonnt; subtil, langsam in uns eindringend wie ein zärtlicher, leidenschaftlicher Liebhaber, der eine bleibende Permeation zitterndes Unbehagens hinterlässt, die uns manchmal durchschüttelt wie das tägliche Knacksen eines Knochens.

Animation, so zeigen diese Filme, ist besonders geschickt darin, die unsichtbaren, unwillkommenen Alltagsmonster zu entblößen, die im furchterregendsten und realen Horror umherstreunen: die menschliche Seele.

(Programm und Text: Chris Robinson mit Thomas Renoldner)

Programm präsentiert von VICE

Smile

Israel / 2005 / 7 min

Regie: Noam Abta, Yuval Markovich

Bobby yeah!

Großbritannien / 2011 / 23 min

Regie: Robert Morgan

Mak's Parasite

USA / 2009 / 2,5 min

Regie: Ian Miller

Night of the loving dead

Großbritannien / 2012 / 7 min

Regie: Anna Humphries

Moodswing

Belgien / 2011 / 12 min

Regie: Pieter Coudyzer

The Present

Taiwan / 2013 / 15 min

Regie: Joe Hsieh

Raped Parenthood

USA / 2009 / 0:38 min

Regie: Ian Millar