10 Jahre VIS: Feierlicher Auftakt zur Jubiläumsausgabe

Mit einem Feuerwerk (zumindest auf der Leinwand) wird die 10. Ausgabe von VIS Vienna Independent Shorts morgen, Dienstag, um 19.30 Uhr im Wiener Gartenbaukino eröffnet. Ein hochkarätiges Eröffnungsprogramm markiert den Beginn der Jubiläumsfeierlichkeiten von Österreichs größtem Kurzfilmfestival, das an sechs Tagen im seltsam entrückten Festival-Paralleluniversum mehr als 260 Kurzfilme aus 40 Ländern im Künstlerhaus Kino, Österreichischen Filmmuseum und brut im Künstlerhaus zeigt.

HOCHKARÄTIGES ERÖFFNUNGSPROGRAMM
Ob der Stop-Motion Traum Fireworks des renommierten amerikanischen Filmemachers PES oder die surrealistische Farb-Explosion Solipsist von Andrew Thomas Huang: Das Programm am Eröffnungsabend verspricht, die VIS-Jubiläumsausgabe dem Anlass entsprechend bunt und feierlich einzuläuten. Und in diesem Jahr haben wir auch große Namen im Gepäck: Mit Apichatpong Weerasethakul (Sakda) präsentieren wir ebenso einen Cannes-Gewinner wie mit Rezan Yesilbas, der mit Sessiz (Silent) vergangenes Jahr die Kurzfilmjury überzeugte. Der diesjährige VIS-Ehrengast und Berlinale-Gewinner David OReilly ist mit zwei seiner absurd animierten Kurzfilme ebenso persönlich zu Gast wie Johann Lurf, der sein jüngstes Werk Picture Perfect Pyramid als Weltpremiere zeigt. Zum Abschluss entführt ein Klassiker nach Paris: Claude Lelouchs Adrenalin-Gewitter C?etait un rendez-vous (1976) muss man einfach im Kino erlebt haben!

ERSTE HIGHLIGHTS
Einen spannenden Bogen von der Auseinandersetzung mit politischem Film über Werkschau und Masterclass von David OReilly bis zur ersten VIS-Pornonacht spannen bereits die ersten beiden regulären Festivaltage. Im Programm ?Political Filmmaking: Jarmusch in the Middle East? (Mi., 14.30 Uhr, Künstlerhaus Kino) fragen wir die Regisseure Fritz Ofner (Beirut Blend) und David Muñoz (Another Night on Earth), worin die Verknüpfung der Nahost-Thematik mit der Jim Jarmusch eigenen Ästhetik begründet liegt.

Muñoz ist auch im internationalen Wettbewerb vertreten: In About Ndugu führt er eine Nebenhandlung von Alexander Paynes tragikomischem Film About Schmidt fort. Bereits drei von fünf Programmblöcken des ?Fiction & Documentary? geben am Mittwoch und Donnerstag Einblick in das internationale Kurzfilmschaffen im Spielfilm- und Dokumentarbereich; zu Publikumsgesprächen werden u.a. Robert Cambrinus (I can?t cry much louder than this), Jari Kokko (Cry Tears of Happiness) sowie Schauspieler Peter Faulkner (The Mass of Men) erwartet.

VIS-Ehrengast David OReilly präsentiert sein irrwitziges Oeuvre am Mittwoch im Filmmuseum (Spotlight On, 19.00 Uhr) und führt ebenda am Donnerstag im Rahmen einer Masterclass (13.30 Uhr) in seine Arbeitsweise ein. 

Ehe VIS in seiner ersten Pornonacht (Mi., 00.00 Uhr, Künstlerhaus Kino) auf humorvolle, verspielte, experimentierfreudige und stilvolle Weise dem Genre Porno frönt, führt das Wiener Komikertrio maschek  durch die Night of the Light, die den feierlichen Abschluss des gleichnamigen, zum zweiten Mal gemeinsam mit Wien Energie veranstalteten Kurzfilmproduktionswettbewerb markiert. Die fünf daraus entstandenen Dreiminüter feiern ihre Premiere, während maschek den thematischen Rahmen per Live-Synchronisation variiert.

10 JAHRE VIS: EIN ÜBERBLICK
Mehr als 260 Filme aus 40 Ländern werden im 10. Jahr von Österreichs größtem Kurzfilmfestival im Künstlerhaus Kino, im Österreichischen Filmmuseum, im brut im Künstlerhaus sowie zur Eröffnung im Gartenbaukino zu sehen sein. Damit diese auch genügend Raum erhalten, wurde das Festival um einen Tag verlängert und den einzelnen Schienen mehr Platz eingeräumt: Der internationale Wettbewerb für Spiel- und Dokumentarfilme (Fiction & Documentary) ist mit fünf Programmen vertreten, das Pendant für experimentelle und animierte Filme (Animation Avantgarde) ebenso mit drei Programmen wie die heimische Konkurrenz. Zudem wird heuer erstmals das beste österreichische Musikvideo gekürt, womit insgesamt 90 Filme um knapp 20.000 Euro an Preisgeldern und die neue massive VIS-Trophäe konkurrieren. Unter dem Festivalmotto ?Strange Days? gibt es Programme zu Revolution und Aufstand, zu surrealem Kino und animiertem Horror ebenso wie eine fruchtbare Kooperation mit den Partnerfestivals aus Hamburg und Winterthur. Hinzu kommt eine Personale zum irischen Animationskünstler David OReilly im Filmmuseum sowie Midnight Movies mit poppigem Porno und trashigem Chic. Und am Festivalsamstag feiert VIS nicht nur Highlights aus zehn Festivaljahren, sondern auch eine große Geburtstagssause mit Expanded Cinema und Live-Konzerten. Happy Birthday ? und auf weitere 10 Jahre!

27.05.2013