Sendung #100 ? Festival Edition VIS 2011

Sendetermine: 14.5.2011, 20:00; 22.5.2011, 18:00; 28.5.2011, 22:00

Hundert Mal Film frei! Das muss gefeiert werden. Und wenn gleichzeitig auch die achte Ausgabe von VIS Vienna Independent Shorts vor der Tür steht, ist eine unmittelbare Verknüpfung der beiden Kurzfilmformate mehr als nur naheliegend. Die Jubiläumsausgabe präsentiert sich daher ungewohnt moderiert, zeigt 15 herausragende Festivalfilme und gibt persönliche Einblicke in inhaltliche Schwerpunkte des Festivals.

Durch die zweistündige Sondersendung führen Marija Milovanovic, Vorstandsmitglied des Festivals, und Tobias Greslehner, der Sendungsverantwortliche von Film frei!. Neben Hintergrundinfos und Geheimtipps für den Festivalbesuch zwischen 26. Mai und 1. Juni stehen einmal mehr internationale Kurzfilm-Perlen auf dem Programm.

Unter den diesmal 15 Beiträgen finden sich Kurzfilm-Kaliber wie The Black Dog's Progress von Stephen Irwin, unter anderem ausgezeichnet mit dem British Animation Award 2010, oder Catafalque von Christoph Rainer, einer der international erfolgreichsten österreichischen Kurzfilme des letzten Jahres. Allen ist eines gemeinsam: Sie entstammen Festivalprogrammen von VIS Vienna Independent Shorts. Der Großteil wurde noch nie im österreichischen Fernsehen ausgestrahlt.

Zoot Woman: Memory

Rotoskoptierte Animation und Realfilm fügen sich zur Geschichte eines Mannes, der einer gescheiterten Beziehung nachtrauert. Und die Bildebene bildet auch die ideale Entsprechung für den melancholischen Elektropopsong.

Österreich 2009, 4 min
Regie: Mirjam Baker, Michael Kren

Carpe Diem

Die Eriksson-Brüder mit ihren Kurzanimationen sprechen seit Jahren die Lachmuskeln ihres Publikums an. Bei Carpe Diem ist der Name Programm und man liefert natürlich auch einen Vorschlag für möglichst sinnvolle Beschäftigung.

Die Eriksson-Brüder mit ihren Kurzanimationen sprechen seit Jahren die Lachmuskeln ihres Publikums an. Bei Carpe Diem ist der Name Programm und man liefert natürlich auch einen Vorschlag für möglichst sinnvolle Beschäftigung.

Norwegen 2009, 1 min
Regie: Rune Eriksson, Erik Eriksson

Norwegen 2009, 1 min
Regie: Rune Eriksson, Erik Eriksson

Keine Angst vorm Atom

Keine Angst vorm Atom

Mit Satire an ein sehr ernstes Thema, denn Wissenschafter und Öko-Freaks warnen uns stets vor den Gefahren der Atomkraft. Dies alles ist natürlich völlig aus der Luft gegriffen, keine Zweifel. Atomi ist schließlich vom Fach und weiß wovon er spricht.

Deutschland 2007, 2 min
Regie: Till Penzek, Jon Frickey

Zerebrale Dichotomie

Zerebrale Dichotomie

Hier beschäftigt man sich mit den komplexen Prozessen der Entscheidungsfindung in menschlichen Gehirnen, anschaulich gemacht dank modernster Technik. Ein preisgekröntes Animationsschmankerl, entstanden an der FH Hagenberg.

Österreich 2009, 2 min
Regie: Florian Juri

Eulogy

Im Park auf Taubenjagd in Hyper-Slow-Motion. Zeit relativiert sich. Die Technik macht es möglich, fast choreografische Details zu liefern, derer man sonst nie gewahr werden würde. Ein visueller Genuss und ein filmischer Eindruck der anderen Art.

Australien 2009, 7 min
Regie: Ben Claremont

28 x Brot

Gemeinsam mit seinen zwei Protagonisten rüttelt, schreit und schimmelt der Film gegen einen seiner medienspezifischen Funktionsmodi: der scheinbaren Wiedergabe von in der Realität erfolgter Bewegung.

Österreich 2008, 1 min
Regie: Nikolaus Eckhardt

Nachnacht

Surreal anmutende Bilder mit Symbolkraft fügen sich in Gedankenverdichtung zu alptraumhaften Sequenzen zusammen. Durch die eigenwillige Bildmontage und intensive Geräuschkulisse entsteht eine Atmosphäre der Angst und Ungewissheit.

Österreich 2010, 8 min
Regie: Herwig Kerschner

Catafalque

Zwei Brüder flüchten vor ihrem gewalttätigen Vater in die Tiefen eines Kellers, in dem die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Traum und Wirklichkeit, Leben und Tod verwischen.

Österreich 2010, 12 min
Regie: Christoph Rainer

Frantic

Digital verändert, gespiegelt und dupliziert gleicht der Film einem Kaleidoskop. Der Sound ? Stimmen, vielleicht von Kindern, die um ihr Essen schreien ? erinnert an Millionen kreischender Vögel, rasend, wild, außer sich.

Südkorea 2004, 5 min
Regie: Jung-Chul Hur

Bully Beef

Statt dem Gesetz des Stärkeren gilt hier das Gesetz der kürzeren Nachladezeit einer Waffe. Ein kritisch-ironischer Blick auf die Kolonialisierung des Kongo ? mit den Sichtweisen der ?Kolonisierten und Kolonisierenden?.

Belgien 2007, 6 min
Regie: Wendy Morris

Coagulate

Ein leerer Raum, ein menschlicher Körper im, über oder unter Wasser. Ein Aal, der im Trockenen liegt und nach Luft schnappt. Zwischen Traum und Halluzination oszillierend ist es ein Film, in dem man förmlich ertrinken möchte.

Frankreich 2008, 6 min
Regie: Mihai Grecu

On the Way to the Theatre, We Egged a Trans-Am

Pubertät, Sex, Gewalt, Männlichkeit, Rebellion. Jugendliche testen und überschreiten ihre Grenzen, was sich nicht nur im vielsagenden Titel dieser rasanten Rhythmus-Collage von Nathaniel Sullivan widerspiegelt. ?I have the rest of my life to worry if I am going to lose my hair.?

USA 2009, 2 min
Regie: Nathaniel Sullivan

La Harde

Einige Jugendliche machen sich auf in den Wald, ihnen ist langweilig. Als sie einen Mann von der Straße mitnehmen, kippt die Stimmung schnell. Ein Film über das Erwachsenwerden und Männlichkeitsideale ? und Gus van Sant lässt aus der Ferne grüßen?

Frankreich 2008, 21 min
Regie: Kathy Sebbah

Quelque chose en O (Something with O)

Eine Familie im Auto: Während der Fahrt bemerkt der Vater, dass ihm der Name seiner Tochter nicht mehr einfällt. Seine Frau getraut er sich nicht zu fragen. Eine subtile Metaphorik rund um die Beziehung zwischen Vätern und Töchtern. Sehr schön.

Belgien/Frankreich 2006, 13 min
Regie: Marc Schaus

The Black Dog?s Progress

Daumenkinos beschreiben die traurige Geschichte von einem schwarzen Hund, dessen Entwicklung sich durch die sich häufenden und verdichtenden Loops fast nicht mehr wahrnehmen lässt. Gewalt, Brutalität, Vernachlässigung, Liebe, Sorge, Hilfe, alles auf einem Screen.

UK 2008, 3 min
Regie: Stephen Irwin

SENDUNGSCREDITS
Sendungsverantwortung: Tobias Greslehner | Redaktion: Tobias Greslehner, Raimund Liebert, Belinda Leitgeb | Signation: Max Hödl